Unsere Pädagogik
Waldorfpädagogik Die Waldorfpädagogik wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf anthroposophischer Grundlage von Rudolf Steiner entwickelt. Danach wird der Mensch als Einheit von Leib, Seele und Geist betrachtet, der mit seinem eigenen Lebensmotiv auf die Welt kommt. Seine Individualität birgt Neigungen, Interessen, Begabungen, aber auch Handicaps. Mit großer Offenheit und Liebe zur Welt will sich das Kind daran lernend entwickeln. Die Waldorfpädagogik orientiert sich an den Entwicklungsschritten des Menschen, die sich in Sieben- Jahres- Rhythmen vollziehen. In unserer Einrichtung betreuen wir Kinder bis zum Schuleintritt, d.h. im ersten Jahrsiebt. Dort finden große und weitreichende Entwicklungen beim Kind statt. Diese zu erkennen, zu fördern und zu unterstützen ist unsere Aufgabe. Das Kind braucht in dieser Zeit seine ganze Kraft für den Aufbau und die Reifung der inneren Organe. Das zu frühe Heranführen an kognitives Denken raubt Kräfte für diese wichtige Entwicklungsphase. Unsere Einrichtung ist christlich orientiert aber an keine Konfession gebunden. Leitbild - In der Achtung eines jeden Menschen spricht sich für uns die Unantastbarkeit und Wertschätzung aus. - In der Einmaligkeit eines Menschen sehen wir seinen geistigen Wesenskern, inbegriffen des Gedankens an Reinkarnation und Karma. - Lebendige Begegnung bedeutet für uns, in Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit uns und dem Anderen zu begegnen. In der Begegnung sehen wir das Fundament unseres Leitbildes. Aus diesem Grund beschreiben wir eine praktische Umsetzung in der Begegnung - Mit dem Kind: Wir geben den Kindern ein Fundament für das Leben, indem wir Vorbild sind und jeden Tag Raum schaffen für echte Begegnung. - Mit den Eltern: Indem wir authentisch sind in unserem Handeln, schaffen wir eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern und geben ihnen Orientierung in Lebens- und Erziehungsfragen. - Mit den Mitarbeitern: Wir geben allen Mitarbeitern Raum für den gegenseitigen Austausch und für die jeweils eigenen Entwicklungsmöglichkeiten. Die Verwirklichung unserer Grundsätze leben wir durch - Rhythmus und Wiederholung - Vorbild und Nachahmung - Feste Bezugspersonen Eurythmie In der Eurythmie werden Reime, Verse, Geschichten und Märchen, deren Inhalt sich an den Jahreszeiten orientieren, von unserem Eurythmisten durch Körpergesten dargestellt. Durch die Nachahmung dieser Bewegungsgesten schult das Kind seine körperlich-motorische Geschicklichkeit, sein musikalisch-rhythmisches Gefühl und im Besonderen seine Sprachentwicklung. Wie fühlt es sich an, Pferd zu sein?- Oder Bagger? Für ein 3-jähriges Kind sind das praktische Fragen. Sie werden über Beobachtung und Nachahmung gelöst: spielen wir doch „Pferd“ oder „Bagger“! Und wie gerne mögen sich Kinder bewegen! Über Bewegung lernen sie die Welt kennen- und sich selbst. Über Bewegung lernen sie auch Sprechen, über die Sprache das Denken. Das sind die Stufen der Fähigkeitenbildung, seit 90 Jahren in der Waldorfpädagogik berücksichtigt und mit Erfolg praktiziert! Also: nicht nur das Pferd und der Bagger, auch das fliegende „F“ , das kraftvolle „R“ und das sich allem öffnende „A“ können über Bewegung erfahrbar gemacht werden - in der Eurythmie... In kindgemäßen, harmonischen Gebärden, zu poetischen, schön gestalteten Versen lernen sie bei unserem Eurythmisten, in geführten Bewegungsspielen (Nachahmung ist angesagt!) ihre Arme und Füße in Einklang zu bringen, in Bilder einzutauchen und ihre eigene Ausdrucksfähigkeit zu entdecken. Das Bedeutsame in der Eurythmie ist die Möglichkeit, die Elemente der Sprache, Vokale und Konsonanten, in den Bewegungen der Gliedmaßen sichtbar zu machen.Dies sind Bewegungen, die wir immer machen, wenn wir sprechen, die aber äußerlich unsichtbar nur in unserem Kehlkopforgan vor sich gehen. Jedes Fest hat im Jahreskreislauf seine eigene Bedeutung und wird beiuns entsprechend gefeiert. So bilden die Feste den Jahresrhythmus. Sie sind eng mit der Stimmung der Jahreszeit verknüpft, in der siegefeiert werden. Ostern: Die Auferstehung und das Erblühen des Frühlings Ostern ist das Fest der Auferstehung und den kleinen Kindern bringen wir dieses Fest mit dem Erwachen der Natur nahe. Die Natur öffnet sich zu neuem Leben und die Planzen drängen den Lichtkräften entgegen. Mit den Kindern wird nun das Ostergras gesät und sie erleben wie aus dem kleinen Samenkorn ein kleines Hälmchen sprießt und es täglich wächst und größer wird. Der Osterhase ist ein wichtiges Symbol für das Osterfest. Der Hase ist ein Pflanzenfresser, der keinem Tier etwas zuleide tut. Sein Lager ist heute hier und morgen dort. Er hat ein sehr feines Gehör, die Zahl seiner Feinde Ist groß. Oft wird er gejagt und gehetzt, dann schlägt er Haken und duckt sich ins Gras und ein anderer Hase springt für ihn ein und opfert sich für seinen Bruder.Der Hase ist das Symbol für Brüderlichkeit und Opferbereitschaft und selbstlose Liebe. Das Ei galt in vielen Kulturen als heilig und ist das Symbol für fort zeugendes Leben und Fruchtbarkeit. Der Osterhase legt die Eier nicht, aber er versteckt sie für die Kinder und die grösste Freude der Kinder ist das Suchen und Finden der Eier. Das Suchen ist das Symbol den Wissensdurst des Menschen zu stillen. Pfingsten Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes und der Erneuerung. Hier haben wir das Bild der Taube , die Pfingstrosen die im Garten stehen, das Grün der Natur. Im Kindergarten bekommen unsere Kinder einen Birkenzweig mit rosa und weißen Bändern und einem Pfingstvögelchen. An diesem Festtag haben die Kinder besondere Kleidung an und es werden zum Frühstück die gebackenen Pfingstrosen gegessen. Das Pfingstfest ist ein Fest der menschlichen Gemeinschaft. Johanni Die Lebensfreude und Wärme des Sommers Am 21. Juni ist der Tag der Sommersonnenwende, die Sonne steht fast Senkrecht am Himmel und erreicht ihren höchsten Stand. Wir können nun die Zeit des hellsten Lichtes erleben. Die Erde hat in dieser Hochsommerzeit ganz ausgeatmet und wird von kosmischen Kräften durchwärmt und durchleuchtet. In früheren Zeiten begaben sich die Menschen in Tänzen im das Feuer herum und waren dem kosmischen Geschehen ganz nahe. Wir feiern das Johannifest am 24. Juni zum Geburtstag Johannes des Täufers. Der Jahreszeitentisch ist festlich hergerichtet mit Johanniskraut, rote Rosen und weiße Lilien. Zum Frühstück bereiten wir eine besondere Festspeise aus Johannisbeeren. Am Nachmittag findet ein Fest mit den Eltern statt, wo gemeinsam Sommertänze getanzt werden. Nach Johanni werden die Tage kürzer und die Sonnenwärme ballt sich im Reifen der Früchte. Michaeli: die Kraft und der Mut, welche im Herbst gebraucht werden Am 29. September ist Michaeltag. Michaeli gehört vor St. Martin und St.Nikolaus zu den drei Lichtfesten, die bildhaft dazu beitragen, die Kinder auf das Weihnachtsfest vorzubereiten. Der Erzengel Michael, der den Drachen besiegt ist ein Bild dafür, dass das Bewusstsein wach sein muss, damit das Böse durchschaut und besiegt werden kann. Mit der Tat besiegte der Erzengel Michael die Kräfte der Finsternis. Michaellieder, Reigen und Märchen, die sich mit der Symbolik des Drachenkampfes beschäftigen, begleiten unser Geschehen in der Gruppe. Während dieser Zeit findet auch das Erntedankfest statt und wir laden die Eltern zum Erntesuppe essen ein. St. Martin St. Martin, der sein letztes warmes Kleidungsstück mit einem Notleidenden Fremden teilt, ist mit dieser Tat ein Bild für Opferbereitschaft, Nächstenliebe, Güte und Demut. Wieder gibt es Lieder, Spiele und Geschichten die diese Zeit begleiten. Dazu gehört natürlich auch das Basteln der Martinslaterne und der Gang durch die Dunkelheit mit den Laternen am Martinstag. Adventsgärtlein und Weihnacht: Die Besinnung, Ruhe und Spiritualität des Winters Adventgärtlein Das Adventgärtlein wird in den Waldorfkindergärten zu Beginn der Adventszeit mit den Kindern und Eltern gefeiert und stimmt ein auf die Zeit bis Weihnachten. In einem dunklen Raum wird eine Spirale aus Tannengrün gelegt, in dessen Mitte eine grosse Kerze steht. Am Tag des Adventgärtleins kommen die Kinder mit ihren Eltern in den Kindergarten. Zuerst betreten die Eltern den Raum, während die Kinder sich mit ihren Erzieher/innen im Gruppenraum treffen. Der Raum ist dunkel und die Kerze in der Mitte ist angezündet.Dann betreten die Kinder den Raum und setzen sich den Eltern gegenüber. Die Feier beginnt mit einem Spruch und wird mit Laienspiel oder Liedern begleitet. Zuerst geht der Erzieher mit einem Apfellicht in die Spirale und entzündet die Apfelkerze an der großen Kerze, stellt sie in der Spirale ab undgeht wieder hinaus. Nun geht das erste Kind in die Spirale und zündet an der Kerze in der Mitte seine eigene Kerze an und stellt sie in der Spirale ab. Nach und nach folgen die anderen Kinder nach. So geht jedes Kind seinen Weg - in aller Stille - nur von Musik begleitet. Wenn jedes Kind seinen Apfel abgestellt hat, ist aus dem dunklen Raum ein heller, von Kerzenlicht erfüllter Raum geworden. Mit einem Lied verlassen die Kinder den Raum und werden dann ihr Apfellicht nach Hause tragen. Weitere besondere Tage im Kindergartenjahr sind zum Beispiel Fasching, Nikolaus und Erntedank Zu jedem Fest, das im Kindergarten gefeiert wird, erhalten die Eltern frühzeitig Informationen. Grundpfeiler der Waldorfpädagogik Wir möchten die individuelle Entwicklung eines jeden Kindes begleiten. Wir sehen unsere Aufgabe darin, einen Rahmen zu schaffen, in dem die, besonders für die heutige hochtechnische Zeit erforderlichen Basiskompetenzen, selbstständig erworben werden können. Diese sind: - Sozialkompetenz - Körperkompetenz - Bewegungskompetenz - Sinneskompetenz - Wahrnehmungskompetenz - Sprachkompetenz - Phantasie und Kreativität - Motivations- und Konzentrationskompetenz - Ethisch-moralische Wertekompetenz Wir orientieren uns hierbei am Entwicklungstempo und der individuellen Persönlichkeit eines jeden Kindes. Dabei ist unser Ziel, dem Kind eine Basis für seine Selbständigkeit und sein Selbstvertrauen mitzugeben, damit es lebenskompetent handeln kann und so zu einem frei handelnden Menschen wird. Kernpunkte und Grundlagen unserer täglichen Arbeit sind: - Vorbild und Nachahmung - Rhythmischer Tages-, Wochen- und Jahresverlauf - Regelmäßig wiederkehrende Tätigkeiten - Naturverbundenheit - Einfaches, die Fantasie anregendes Spielmaterial Das freie Spiel Wir sehen es als überaus wichtig an, den Kindern eine ausreichende Zeit für das freie Spielen sowohl drinnen als auch draußen zu gewähren. „Spiel ist das Mittel, alle Fähigkeiten, körperliche, soziale, emotionale und intellektuelle, zur Entfaltung zu bringen. Auf der Grundlage des Spiels baut die gesamte menschliche Erfahrungswelt auf.“ ( aus: Kindheit aufs Spiel gesetzt, von Gabriele Pohl) Vom ersten bis zum sechsten Lebensjahr des Kindes verwandelt sich das freie Spiel immer mehr in seiner Eigenart und spiegelt dadurch die Entwicklungsprozesse des Kindes. Dabei sind in den einzelnen Spielphasen sehr deutlich die Entwicklung der motorischen, kreativen, sozialen und kognitiven Kompetenzen zu beobachten. Zugleich bietet das freie Spiel eine hervorragende Grundlage für die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit, in dem das Kind sich mit seinen wachsenden Kompetenzen immer souveräner in Spielprozesse einbringt. Auch die Art und Weise, wie ein Kind spielt, ist von großer Bedeutung. Für das Kind ist das Spiel Arbeit, mit der es sich die Welt zu eigen macht. Und je intensiver und konzentrierter sein Spiel ist, umso bessere Voraussetzungen schafft es sich, auch als Erwachsener in seiner Arbeit mit konzentrierter Kraft und Hingabefähigkeit tätig zu sein. Rhythmus Der Rhythmus ist von Natur aus in jedem Menschen verankert und prägt sein Leben und dessen Alltag. z.B. braucht der Mensch einen Tag- und Nachtrhythmus oder auch eine bestimmte Anzahl von Mahlzeiten. So findet bereits ein neugeborenes Kind für sich einen eigenen Rhythmus, sowohl in der Stillzeit, wie auch in der Schlaf- und Wachzeit. Von dieser natürlichen Veranlagung, dass der Mensch eines festen Rhythmus bedarf, geht auch der Tages- , Wochen- und Jahresrhythmus im Waldorfkindergarten aus. Das Kind benötigt für seine gesunde Entwicklung eine innere Sicherheit in seinem Handeln und Denken. Um diese Sicherheit im Kind zu wecken, hilft uns der lebendige Rhythmus.So findet sich auch ein wiederkehrender Rhythmus in unserer Alltagsgestaltung. Der Tagesablauf in unseren Kindergartengruppen, wie auch in der Wiegestube, ist gekennzeichnet durch einen für die Kinder erkennbaren wiederkehrenden Rhythmus. Hierbei wechseln sich Phasen, in denen die Kinder aktiv und kreativ agieren können, (Ausatmen) mit Phasen des Geführt-Werdens, z.B. im Morgenkreis (Einatmen) ab. Besonders wichtig ist uns auch eine ausgiebige Freispielzeit im Garten bei jedem Wetter. An verschiedenen Wochentagen werden wiederkehrende Tätigkeiten angeboten, die einen engen Zusammenhang mit dem Leben in der Gruppe haben. Übergänge Übergang von der Familie in den Kindergarten Für einen guten Start in die Krippen- bzw. Kindergartenzeit ist es wichtig, dem Kind sensibel zu begegnen, um seine Bedürfnisse wahrzunehmen. Eine Eingewöhnungszeit ist die Voraussetzung für die Aufnahme eines Kindes in unsere Einrichtung. Während dieser Zeit sind wir auf die verständnisvolle Unterstützung der Eltern angewiesen. Eine gelingende Eingewöhnung führt dazu, dass sich das Kind sicher und geborgen bei uns fühlen kann und dadurch offen wird für seine individuellen Entwicklungsaufgaben. Die Eingewöhnungskonzepte für die jeweiligen Gruppen werden im Aufnahmegespräch ausgegeben und gemeinsam besprochen. Die Krippenkinder werden vor Beginn der Eingewöhnung von ihren Bezugserziehern zu Hause besucht. Eingewöhnungskonzept Wiegestube als Download
Download  Konzept  für den Waldorfkindertagesstätte    Hier können Sie das Konzept  als Pdf-Datei herunterladen.
Download  Konzept  für die Wiegestube   Hier können Sie das Konzept  als Pdf-Datei herunterladen.
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